Das ganze Jahr über soll etwas blühen

Im künftigen Wohngebiet "Viermorgen III" recken sich 11 000 Frühlingsblüher empor Von unserem Redaktionsmitglied Dietrich Hendel




Eggenstein-Leopoldshafen. Ein feines Grün reckt sich den Sonnenstrahlen entgegen. Blütenkelche erheben vorsichtig ihre bunten Blätter. Es wird Frühling. Überall. Auch im Neubaugebiet "Viermorgen III" in Leopoldshafen. Dort vielleicht sogar besonders. Nicht nur, weil die Häuslesbauer dort anscheinend außergewöhnlich emsig sind. Denn fast jeden Tag hat sich in dem künftigen Wohngebiet, in dem einmal etwa 800 Menschen leben sollen, etwas verändert, erweitert, vergrößert. Gerade werden die Rasenflächen angelegt, die die Verbindung zum Bürgerpark schaffen. Vor allem aber, weil dort ganz viel Grün und Bunt eingerichtet worden ist, das jetzt langsam auf sich aufmerksam macht.

"Wir haben im Herbst eine große Menge an Bäumen, Großsträuchern und kleineren Sträuchern gepflanzt, dazu eine Unmenge Frühlingsblüher", berichtet Landschaftsgärtner Thomas Westenfelder, der im Auftrag der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen - respektive des Erschließungsunternehmens - die landschaftstechnische Gestaltung nach den Plänen von Diplom-Ingenieur Bernhard Finke umgesetzt hat. "Das ganze Jahr über soll etwas blühen und sich zum Herbst bunt verfärben", sagt Westenfelder.

Heimische Gehölze mit buntem Laub im Herbst
Heimische Gehölze wurden gesetzt, Feldahorn, Spitzahorn, Hainbuche, Baumhasel, Zierkirsche und Zierapfel, etwa 40 große Bäume, 120 Straßenbäume, dazu 90 Linden. Alles in allem 265 stattliche Exemplare, sagt der Landschaftsgärtner. Dazu 220 heimische Großsträucher, die bis zu drei Meter hoch werden, das Jahr über blühen und im Herbst durch ihre Färbung weitere Farbe ins Wohngebiet bringen. Weitere 2 000, ebenfalls heimische Sträucher, die bis zu einem Meter groß werden.

Dem nicht genug: "Wir haben etwa 10 000 Bodendecker, vorwiegend immergrüne Heckenkirsche, gepflanzt, die relativ  pflegeleicht sind." An Kreuzungen und an den Einfahrten wurden insgesamt 5 000 Stauden gesetzt, verschiedene Storchschnabelarten, in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Höhen. Die sollen vom Frühsommer bis in den Herbst blühen. "Und schließlich haben wir 11 000 Zwiebeln in den Boden gebracht für Tulpen, Narzissen, Krokusse und Blausternchen, die zum Verwildern geeignet sind", so Westenfelder.

Zum Gesamtpaket der Landschaftsgestaltung zählen ein Bolzplatz, ein Volleyballfeld, ein Fahrradparcours, ein Freiland-Schachspiel - alles am südlichen Rand der Bebauung hin zum Pfinzkanal. 40 000 Quadratmeter Wiesenfläche, rund halb so viel Rasenfläche wurden angelegt in der öffentlichen Fläche des 3,8 Hektar großen Baugebiets.  4 000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, 300 Kubikmeter Baumsubstrat, eine spezielle Pflanzerde, verarbeitet. Nicht zu vergessen die Gabionen, die das Areal zur B 36 abgrenzen, der Kreisel, der das Wohngebiet von der L 559 her erschließt.

Und endlich der Spielplatz, der sich zum neu gestalteten - Abenteuerspielplatz am Wasserwerk hin erstreckt. Rund eine halbe Million Euro kostet die Landschaftsgestaltung.

Zu guter Letzt wurde auch der alte Bahnhof von Leopoldshafen, beziehungsweise die Stelle, an der er einst stand ansprechend gestaltet:
Fundamente frei gelegt, mit alten Betonschwellen der Grundriss nachgebaut und mit altem Gleisschotter verfüllt.

BNN 15.04.2009






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