"Nachhaltige Entwicklung braucht ein neues Baugebiet"

"Viermorgen III" in Leopoldshafen gestern frei gegeben




Eggenstein-Leopoldshafen (del). Ein kleines Karussell. Ein großes Zelt mit Tischen und Bänken. Ein paar Stehtische. Eine mit Blumen und Fahnen geschmückte Rednerbühne. Und drum herum ganz viele erwartungsvolle Menschen. Die warten gestern Nachmittag darauf, dass das neue Baugebiet "Viermorgen III" in Leopoldshafen offiziell frei gegeben wird, während um den Festplatz herum Kräne eifrig klappern und Häuslebauer emsig arbeiten. "Warum brauch Eggenstein-Leopoldshafen ein so großes Baugebiet?", fragt Bürgermeister Bernd Stober. "Warum in einer Zeit, in der bundesweit täglich 100 Fußballfelder an Freifächen verbraucht werden?"

Die Antwort gibt er gleich selbst: Die Gemeinde brauche das Neubaugebiet, weil gut 15 Jahre lang ausschließlich in den Orten verdichtet worden sei, Flächen gespart also. Diese Vorgehensweise sei begrenzt, und da die freien Grundstücke und die umwandelbaren Flächen inzwischen in den beiden Orten verträglich bebaut seien, weil man keine "städtische Struktur" wolle, müsse neues Baugelände her. Das brauche die Kommune für ihre nachhaltige Entwicklung.

Dazu müsse sich Eggenstein-Leopoldshafen mit aktuellen Gegebenheiten, demografischen Veränderungen auseinander setzen. In den vergangenen zehn Jahren sei die Infrastruktur massiv modernisiert und auf konkurrenzfähigen Stand gebracht worden. Technische Standortfaktoren ebenso wie die "weichen" - Kinderbetreuung, Seniorenangebote, Familienprogramme, Freizeit und Erholung. Für Natur und Umwelt sei viel getan worden.

Das Baugebiet "Viermorgen III" sei nicht ganz einfach gewesen, so groß und so komplex, wie die Anforderungen waren. Stober erinnert daran, dass die Stromleitungen über dem Areal verlegt werden mussten. Alles sei gut verlaufen, dank eines erfahrenen Erschließungsträgers. Und dank einer auf allen Ebenen reibungslosen Zusammenarbeit. Die bestätigt Heinz Zimmermann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung (GSL) aus Stuttgart. Er lobt Gemeinde und Bauamt vor allem die Besitzer des ursprünglichen Geländes. "Ich zolle den Eigentümern, die toll mitgemacht haben, größten Respekt", stellt Zmmermann heraus. Besonders freue er sich über die "Punktlandung" bei den Erschließungskosten: "2004 haben wir 105 Euro pro Quadratmeter grob veranschlagt. Im Moment liegen wir ein bisschen drunter." Allein die Verlegung der Stromleitungen habe mit 32 Euro pro Quadratmeter zu Buche geschlagen und damit einen ganz erklecklichen Betrag zu den Erschließungskosten beigetragen.

Dank an alle Beteiligten richtet Lothar Hauf, der die Grundstücksbesitzer als Sprecher vertritt. Die relativ hohe Abschöpfung, 48 Prozent, hätten die Eigentümer im Sinner der Allgemeinheit gerne auf sich genommen. Der "schwäbische Erschließer" sei für das Projekt ein Glücksfall gewesen, sagt Hauf und stellt Zimmermanns Erfahrung, Wissen und Tatkraft heraus, die dieser bei dem Umsetzung bewiesen habe.

Schließlich pflanzt der Bürgermeister zusammen mit Landrat Christoph Schnaudigel, Regionalverbandschef Gerd Hager, dem Bundestagsabgeordneten Axel E. Fischer, GSL-Geschäftsführer Zimmermann und Thomas Westenfelder, der im Auftrag der Erschließung die Grünpflanzungen vornimmt, den ersten Baum im neuen Baugebiet. Ein symbolischer Akt, den zwar Wind, aber vor allem angenehme Sonnenstrahlen begleiten.

BNN 27.09.2008








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